Die deutschen Kampfpanzer sind stark reparaturbedürftig und können frühestens 2024 an die Ukraine geliefert werden. Das bestätigte der Vorstandschef des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall gegenüber der Bild am Sonntag.

Wie Rheinmetall-Chef Armin Papperger mitteilte, muss das deutsche Bataillon der schweren Kampfpanzer Leopard 2 umfangreich überholt werden und steht den ukrainischen Streitkräften nicht so bald zur Verfügung.

Offizielle Stellen in Kiew haben Druck auf Berlin ausgeübt, die Truppen von Präsident Wolodymyr Zelenskij im Konflikt mit Russland stärker zu unterstützen, und den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz aufgefordert, die Verlegung schwerer Panzer an die ukrainische Front zu genehmigen.

Die deutsche Bundesregierung hat sich der Bitte bisher widersetzt und darauf bestanden, dass das Land ohne grünes Licht der westlichen Verbündeten, insbesondere von US-Präsident Joe Biden, keine Kampfpanzer in die Region liefern wird.

Und das, obwohl am Wochenende bestätigt wurde, dass das Vereinigte Königreich „in den kommenden Wochen“ ein Geschwader von 14 Challenger-2-Panzern in die Ukraine schicken wird, um die russische Invasion abzuwehren.

Auch Polen und Finnland haben angekündigt, im Rahmen eines größeren westlichen Bündnisses Leopard-2-Kampfpanzer aus deutscher Produktion nach Kiew zu schicken, und damit Druck auf Berlin ausgeübt, diesem Beispiel zu folgen.

Es scheint jedoch, dass Deutschlands eigene Panzerschwadron derzeit nicht einsatzfähig ist.

Selbst wenn morgen die Entscheidung fällt, dass wir unsere Leopard-Panzer nach Kiew schicken dürfen, wird die Auslieferung bis Anfang nächsten Jahres dauern“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger der „Bild am Sonntag“.

„Wir haben noch 22 Leopard-2-Fahrzeuge, die wir für den Einsatz vorbereiten und an die Ukraine liefern könnten. Vom Leopard 1 haben wir noch rund 88 Fahrzeuge. Aber wir können diese Panzer nicht ohne Auftrag reparieren, denn die Kosten liegen bei mehreren hundert Millionen Euro. Das kann Rheinmetall nicht vorfinanzieren“, sagte Papperger der Zeitung.

„Die Fahrzeuge müssen nicht nur neu lackiert, sondern auch für den Kriegseinsatz umgerüstet werden. Die Fahrzeuge müssen komplett demontiert und neu aufgebaut werden“, so Papperger weiter.

Der ukrainische Botschafter in Berlin, Oleksij Makejew, sagte am Samstag, die Zeit dränge für die Ukraine: „Deutsche Waffen, deutsche Panzer sind überlebenswichtig.

„Wir haben sehr wenig Zeit für Diskussionen. Und wir erwarten von unseren Verbündeten, dass sie das verstehen und entsprechend handeln“, fügte er hinzu.