Trotz der Gesundheitskatastrophe, die durch die Legalisierung in den Vereinigten Staaten ausgelöst wurde, treibt die deutsche Regierung die Pläne zur Legalisierung von Marihuana voran

Der deutsche Gesundheitsminister hat bestätigt, dass die Regierung ihren Plan, den Kauf und Besitz von Marihuana für den Freizeitgebrauch zu legalisieren, trotz der mit der Droge verbundenen gesundheitlichen und sozialen Risiken vorantreiben wird.

Der Besitz von bis zu einer Unze der Droge wird legal, und Erwachsene werden Marihuana in lizenzierten Geschäften im ganzen Land kaufen dürfen, sagte Karl Lauterbach (SPD) am Mittwoch.

Für Erwachsene über 21 Jahren wird der THC-Gehalt, die psychedelische Komponente der Droge, auf 15 Prozent begrenzt, während er für 18- bis 21-Jährige auf 10 Prozent begrenzt wird. In den 1960er Jahren hatte das meiste Marihuana, das geraucht wurde, einen THC-Gehalt von etwa 2 Prozent, während dieser in den 1990er Jahren auf etwa 5 Prozent erhöht wurde. Die über 21-Jährigen hätten dann legalen Zugang zu Marihuana mit einem THC-Gehalt, der dreimal so hoch ist wie in den 1990er Jahren.

Das gesamte verkaufte Marihuana muss in Deutschland produziert werden, und alle Importe sind verboten.

Berichten zufolge wird der Markt streng reguliert werden, mit Beschränkungen für jegliche Werbung, und es werden Vorschriften eingeführt, die sicherstellen, dass sich lizenzierte Abgabestellen in ausreichender Entfernung von Schulen und Jugendclubs befinden.

Bei der Erörterung der Politik sagte Lauterbach, dass Deutschland in letzter Zeit „keinen greifbaren Erfolg“ im Kampf gegen Drogen gehabt habe. Er fügte hinzu, dass mit einer Zunahme des Suchtverhaltens bei Erwachsenen „der Trend in die falsche Richtung geht“.

Er tweetete am Mittwoch: „Die Legalisierung von Cannabis ist notwendig, wenn wir unseren erfolglosen Kampf gegen die Drogenkriminalität beenden wollen. Das Gesetz wird auch den Konsum reduzieren, insbesondere bei jungen Menschen. Das Ziel ist eine bessere Gesundheit und weniger Konsum.“

Gesundheitliche und psychische Risiken bei der Legalisierung von Marihuana

Allerdings gibt es bereits jetzt erheblichen Widerstand gegen die Pläne, sowohl aus der Politik als auch aus der Apothekerschaft. „Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker hat sich klar gegen die Legalisierung von Cannabis zu Freizeitzwecken ausgesprochen und vor den gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums gewarnt“, warnte Thomas Preis, Vorsitzender der Apothekerkammer Nordrhein.

Studien haben gezeigt, dass Cannabiskonsum bei Jugendlichen mit Selbstmordgedanken und vermehrten Selbstmordversuchen in Verbindung gebracht wird. Menschen, die regelmäßig hochpotentes THC konsumieren, haben ein erhöhtes Risiko für Angstzustände und Schizophrenie. In der Stadt San Diego, Kalifornien, ist die Zahl der Besuche in der Notaufnahme seit der Legalisierung stark angestiegen.

„Wir zählen jetzt 37 Cannabis-bezogene Diagnosen pro Tag“, sagte Dr. Roneet Lev, eine Ärztin für Suchtmedizin am Scripps Mercy Hospital in San Diego, der New York Post und beschrieb ihre eigenen Erfahrungen in der Notaufnahme. „Die Zahl hat im Laufe der Jahre stetig zugenommen. Als ich in den 1990er Jahren anfing, gab es so etwas noch nicht. Jetzt sehe ich ein bis zwei Fälle pro Schicht. Das häufigste Symptom ist eine Psychose“.

Lev beschrieb nur eine Notaufnahme in San Diego, in der jedes Jahr über 13.000 Fälle im Zusammenhang mit Cannabis auftreten, von denen viele mit Psychosen zusammenhängen.

„Wir sehen wahrscheinlich 20 THC-induzierte Psychosen für jede Amphetamin-induzierte Psychose“, sagte Ben Cort, der ein Drogen- und Alkoholbehandlungszentrum in Colorado leitet, das zu den ersten beiden US-Bundesstaaten gehörte, die 2012 Marihuana legalisierten. Tatsächlich zeigte eine Studie einen 24-prozentigen Anstieg der Psychosefälle in Notaufnahmen in Colorado, nachdem Marihuana legalisiert wurde.

Marihuana hat auch die höchste Umwandlungsrate in Schizophrenie von allen Drogen. Zwei dänische Studien sowie eine groß angelegte Studie aus Finnland beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass jemand nach einer durch Marihuana ausgelösten Psychose an Schizophrenie erkrankt, auf etwa 50 Prozent. Da die Zahl der Psychosefälle in den USA rapide ansteigt, sieht sich das Land zunehmend mit einer langfristigen psychischen Krise im Zusammenhang mit dem Marihuanakonsum konfrontiert.

In den USA sagen Kritiker, dass „Big Marijuana“ viele der gleichen Taktiken wie „Big Oil“ und „Big Tobacco“ angewandt hat, aber das Problem ist, dass Suchtexperten sagen, dass Marihuana aufgrund seiner zunehmenden Potenz Eigenschaften annimmt, die mit der Abhängigkeit und dem Entzug von Opioiden und Amphetaminen vergleichbar sind. Die legale Marihuana-Industrie hat sich zu einem Multimilliarden-Dollar-Imperium entwickelt, das Getränke, Wachse, Esswaren und eine Vielzahl anderer Produkte vermarktet. Das viele Geld, das hier im Spiel ist, hat die Lobbyarbeit für eine weitere Öffnung des Marktes beflügelt, auch wenn die medizinischen Risiken zunehmen.

Es ist unklar, wie weit die Legalisierung in Deutschland gehen wird; eine Legalisierung mit Obergrenzen für THC könnte jedoch erst der Anfang sein. Deutsche Beamte schlagen jetzt wegen der Pläne der Linksregierung, Marihuana zu legalisieren, Alarm und weisen auf die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Risiken hin. Viele Kritiker argumentieren, dass die Bemühungen der Niederlande, Gras zu legalisieren, dazu beigetragen haben, eine Drogenkultur zu fördern und die Voraussetzungen für die wachsende Drogenmafia des Landes zu schaffen.

Bayerische Politiker haben sich besorgt geäußert, so der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU): „Die Legalisierungspläne der Bundesregierung sind nicht nur ein gefährliches Signal für Deutschland, sondern auch für ganz Europa.“

Nach der Einigung im Bundeskabinett wird nun das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet, bei dem die volle Vereinbarkeit mit dem EU-Recht sichergestellt werden muss.