Der größte Teil der Energie in der Erdatmosphäre stammt von der Sonne. Es ist seit langem bekannt, dass Veränderungen der so genannten Gesamtsonneneinstrahlung (TSI), also der von der Sonne ausgestrahlten Energiemenge, in den letzten Jahrhunderten wesentlich zum Klimawandel beigetragen haben könnten.

In einer von CERES geleiteten Studie aus dem Jahr 2021 wurde festgestellt, dass der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) der Vereinten Nationen bei der Bewertung der Rolle der Sonne beim Klimawandel nur eine kleine Teilmenge der veröffentlichten TSI-Daten berücksichtigt hat, und dass diese Teilmenge nur Daten mit geringer Sonnenvariabilität“ enthielt. Folglich hat der IPCC voreilig eine wesentliche Rolle der Sonne beim jüngsten Klimawandel ausgeschlossen.

CERES, das Zentrum für Umweltforschung und Geowissenschaften, ist eine unabhängige, multidisziplinäre Forschungsgruppe, deren Ziel es ist, wichtige Fragen im Bereich der Umwelt- und Geowissenschaften zu behandeln.

Die bisher umfassendste Studie wurde von 23 Experten aus den Bereichen Sonnenphysik und Klimawissenschaften aus 14 Ländern durchgeführt und in der Zeitschrift Research in Astronomy and Astrophysics (RAA“) veröffentlicht. Sie untersuchte die Rolle der Sonne beim Klimawandel in den letzten 150 Jahren und kam zu dem Schluss, dass die Schlussfolgerung des IPCC, der jüngste Klimawandel sei in erster Linie durch menschliche Treibhausgasemissionen verursacht, möglicherweise verfrüht war.

Die Autoren schreiben, dass Wissenschaftler je nach den von ihnen berücksichtigten Datensätzen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen über die Ursachen des jüngsten Klimawandels kommen. In einer Pressemitteilung zur Ankündigung seiner Studie gab CERES Beispiele dafür, wie das IPCC durch die Auswahl bestimmter Datensätze seine Schlussfolgerungen verzerrt, und wies auf die Aussagen verschiedener Experten zu den Ergebnissen der Studie hin. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für die Aussagen der Experten.

Dr. Ronan Connolly, Co-Leiter des Ceres-Teams und Hauptautor der Studie, sagte:

„Der IPCC hat den Auftrag, einen Konsens über die Ursachen des Klimawandels zu finden. Ich verstehe die politische Nützlichkeit eines Konsensstandpunktes in dem Sinne, dass er es den Politikern leichter macht. Die Wissenschaft funktioniert jedoch nicht nach dem Konsensprinzip. In der Tat gedeiht die Wissenschaft am besten, wenn es Wissenschaftlern erlaubt ist, untereinander uneins zu sein und die verschiedenen Gründe für die Uneinigkeit zu untersuchen. Ich befürchte, dass der IPCC durch die ausschließliche Berücksichtigung der Datensätze und Studien, die die von ihm gewählte Darstellung stützen, den wissenschaftlichen Fortschritt im Hinblick auf ein wirkliches Verständnis der Ursachen des aktuellen und künftigen Klimawandels ernsthaft behindert hat. Besonders besorgt bin ich über die Unfähigkeit, die Temperaturtrends in ländlichen Gebieten zufriedenstellend zu erklären“.

Wie stark hat die Sonne die Temperaturentwicklung auf der Nordhalbkugel beeinflusst? Eine fortlaufende Debatte, Pressemitteilung, 6. August 2021

WeiJia Zhang, Professor für Physik an der Shaoxing Universität (China) und Mitglied der Royal Astronomical Society (UK), sagte:

„Das Bestreben zu verstehen, wie das Klima der Erde mit der Sonne zusammenhängt, ist eines der ältesten wissenschaftlichen Themen, das bereits von den alten Griechen und Chinesen untersucht wurde. Dieser Übersichtsartikel lüftet das Geheimnis und erklärt, warum es bis jetzt so schwierig war, wissenschaftliche Durchbrüche zu erzielen. Es bedarf eines echten Verständnisses der Fluiddynamik und des Magnetismus sowohl in der Sonne als auch in der Erde, um den nächsten großen Schritt vorwärts zu machen.

Wie stark hat die Sonne die Temperaturentwicklung auf der Nordhalbkugel beeinflusst? Eine fortlaufende Debatte, Pressemitteilung, 6. August 2021

László Szarka vom ELKH-Institut für Erdphysik und Weltraumwissenschaften (Ungarn), der auch Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ist, sagte:

Diese Überprüfung ist ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur Wiederherstellung der wissenschaftlichen Definition des „Klimawandels“, die in den letzten drei Jahrzehnten schrittweise verfälscht wurde. Die wissenschaftliche Gemeinschaft sollte endlich begreifen, dass es in der Wissenschaft keine Autorität und keinen Konsens gibt, sondern nur das Recht, die Wahrheit zu suchen.

Wie stark hat die Sonne die Temperaturentwicklung auf der Nordhalbkugel beeinflusst? Eine fortlaufende Debatte, Pressemitteilung, 6. August 2021

Kürzlich interviewte Dr. John Robson vom Climate Discussion Nexus („CDN“) Dr. Connolly über die Rolle der Sonne beim jüngsten Klimawandel.

CDN veröffentlichte ein 20-minütiges „Erklärvideo“, das Auszüge aus diesem Interview und eine Diskussion über einige der jüngsten wissenschaftlichen Forschungsarbeiten von CERES enthält. Obwohl das Video einige technische Punkte abdeckt, werden diese in einer sehr klaren und verständlichen Weise erklärt.

Das Video bezieht sich auf die CERES-Studie, die weiter oben in diesem Artikel beschrieben wurde, nämlich „Wie stark hat die Sonne die Temperaturentwicklung auf der Nordhalbkugel beeinflusst? Eine laufende Debatte“ und eine kurze Beschreibung der im Video behandelten Themen können Sie HIER lesen.