„Es dauert 106 Sekunden, um Berlin zu treffen, 200 Sekunden, um Paris zu treffen und 202 Sekunden für London“. Im russischen Staatsfernsehen, Russia 1, wird theoretisch über den Abschuss von Raketen gegen drei europäische Hauptstädte gesprochen. Die erwähnten Sekunden beziehen sich auf den möglichen Abschuss von Sarmat-Raketen von Kaliningrad aus, wo – wie es in der Sendung „60 Minuten“ heißt – solche Waffen nicht vorhanden sind.

In der Tat könnten sie vorhanden sein.

Eigentlich ist es nur Aleksey Zhuravlyov, der Vorsitzende der nationalistischen Rodina-Partei, der die Drohungen ausspricht:

Der erwähnte Nuklearangriff wäre angesichts der Art der Hyperschallraketen und der Avangard-Technologie eigentlich unmöglich zu vermeiden.

Es gibt nur ein Land, das darauf reagieren könnte: die USA. Es ist jedoch zweifelhaft, dass es zu einer nuklearen Konfrontation mit Russland kommen würde, wenn es die drei genannten Länder und nicht das US-Territorium direkt treffen würde. Denn dann würde Russland reagieren und die gegenseitige Vernichtung wäre gesichert.

Ja, Europa ist also völlig schutzlos. Doch es ist ein Spiel mit dem Feuer. Glücklicherweise hat Moskau nicht die Absicht, zuerst zuzuschlagen. Wenn britische Soldaten in der Ukraine gefangen genommen würden, könnte man diese Möglichkeit natürlich nicht mehr ausschließen.