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Der Messaging-Dienst Telegram hat 64 seiner Kanäle in Deutschland gesperrt, berichtete die Süddeutsche Zeitung am Freitag. Der Schritt erfolgte, nachdem das deutsche Bundeskriminalamt den Messaging-Dienst zur Abschaltung aufgefordert hatte.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass zu den betroffenen Kanälen auch der von Attila Hildmann gehört, einem bekannten veganen Koch, der auf dem Messaging-Dienst an mehr als 100.000 Follower „Verschwörungstheorien“ über das Coronavirus verbreitet.

Die Telegram-App erfreut sich unter Aktivisten und Demonstranten zunehmender Beliebtheit, zumal Plattformen wie Facebook dem Druck der Regierung nachgeben, gegen diejenigen vorzugehen, die „Lügen, Drohungen oder Verschwörungstheorien“ verbreiten.

In Deutschland wurde Telegram beschuldigt, eine zunehmend virulente Subkultur von „Anti-Impf-Verschwörungstheoretikern“ zu schüren, die Nachrichten über angebliche Gefahren austauschen und Proteste organisieren.

Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser sagte in Kommentaren, die letzten Monat veröffentlicht wurden, dass Deutschland Telegram abschalten könnte und mit seinen Partnern in der Europäischen Union diskutiert, wie der Messaging-Dienst reguliert werden kann.

Nach massivem Druck der Bundesregierung auf Telegram geht das Unternehmen in Deutschland erstmals gegen „Hass und Hassrede im Netz“ vor. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat Telegram in den letzten Tagen insgesamt 64 Kanäle gesperrt. Die Schließung sei auf Druck des Bundesinnenministeriums und des Bundeskriminalamtes (BKA) erfolgt, hieß es.

Weitere Details zu den Kontakten zwischen Telegram und der Bundesregierung wurden am Freitag bekannt. Den Informationen zufolge gab es am Donnerstag ein zweites Arbeitstreffen zwischen der Regierung und Telegram. Die Regierung und das Unternehmen wollten „in engem Kontakt bleiben“, sagte er nach den Gesprächen. Der Gründer des Unternehmens, Pavel Durov, hatte dies bereits bei der ersten Sitzung, an der er selbst teilnahm, versprochen.