Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will bei der nächsten Konferenz der Länder-Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung am Freitag neben verkürzten Quarantänezeiten auch eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen durchsetzen.

„Verschärfungen werden leider notwendig sein, um der schweren Welle, die auf uns zukommt, zu begegnen“, sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich werde dazu Vorschläge machen“, betonte er, ohne Details nennen zu wollen.

Insbesondere für Ungeimpfte gebe es keinen Grund zur Entwarnung, sagte Lauterbach. „Man kann ihnen nicht in Aussicht stellen, dass für sie die Kontaktbeschränkungen kurz- oder mittelfristig aufgehoben werden“, so der Minister. Das sei allerdings auch in ihrem eigenen Sinne. „Ich möchte es den Ungeimpften ersparen, dass sie auf die Intensivstation kommen“, sagte der SPD-Politiker. „Mein Appell an die Ungeimpften ist, dass sie sich schnell zumindest einmal impfen lassen, damit sie wenigstens für den ganz schweren Krankheitsverlauf eine wichtige Schutzwirkung haben“, betonte er.

Lauterbach verteidigte seinen Vorstoß, die Quarantäne zu verkürzen. „Die Verkürzung basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Studien zeigen, dass die Generationszeit – also auch die Phase, in der sich das Virus im Körper ausbreitet, und die Phase, in der ein Mensch ansteckend ist – bei Omikron viel kürzer ist“, erläuterte er.

„Wir können also bis zu einem gewissen Grad die Quarantänezeit verkürzen, ohne ins Risiko zu gehen“, argumentierte der SPD-Politiker. Die Verkürzung müsse auch darauf ausgerichtet sein, dass „bestimmte Bereiche der kritischen Infrastruktur gefordert sein könnten – insbesondere Krankenhäuser, Altenpflege sowie Polizei, Feuerwehr und die Versorgung mit Wasser und Elektrizität“. Für diese Bereiche seien neue Quarantäne- und Isolationsregeln nötig.

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen ….

Lauterbach strebt auch die rasche Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ohne den Aufbau eines Impfregisters an. Als Bundestagsabgeordneter arbeite er an einem Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht für über 18-Jährige, sagte er dem RND. „Er soll unbürokratisch sein und bevorzugt ohne Impfregister auskommen. Es soll auch keine neuen Meldestrukturen geben“, betonte Lauterbach.

„Die Impfpflicht muss schnell kommen“, forderte er. „Wir können nicht darauf warten, dass eine Impfpflicht überflüssig wird, weil wir eine sehr hohe Durchseuchung der Bevölkerung haben. Omikron als schmutzige Impfung ist keine Alternative zur Impfpflicht“, betonte der SPD-Politiker und fügte hinzu: „Das wäre sehr gefährlich.“

Als neues Impfziel strebt er die rasche Auffrischimpfung für weitere 15 Millionen Menschen an, um die erwartete Omikron-Welle bewältigen zu können.