Österreichs staatlich gefördertes Covid-19 PCR-Testsystem, das als eines der besten des Landes angepriesen wird, wies offensichtliche Sicherheitsprobleme auf, nachdem ein Journalist es mit Hilfe einer Zeichentrickfigur zur Ausstellung eines negativen Testzertifikats gebracht hatte.

Das Projekt „Alles Gurgelt!“, ein in der österreichischen Hauptstadt Wien eingesetztes Schnelltestsystem, das von der Regierung unterstützt wird und kostenlose Heimtests anbietet, hat kürzlich einer fiktiven Zeichentrickfigur ein Covid-19-Zertifikat ausgestellt, nachdem es ein negatives PCR-Testergebnis erhalten hatte.

Das System, das von der österreichischen Firma LEAD Horizon und dem italienischen Labornetz Lifebrain betrieben wird, ermöglicht es den Menschen, Testkits in Geschäften abzuholen und sich zu Hause zu testen, nachdem sie sich mit einer speziellen Anwendung registriert haben. Der Test kann dann über eine andere Einzelhandelskette an ein Labor geschickt werden. Bei der Überprüfung werden Sie gefilmt, wie Sie mit der Testlösung gurgeln, und die Probenflasche wird an das Labor geschickt.

Als der Redakteur der Kronen Zeitung, Michael Pommer, überprüfen wollte, wie gründlich das viel gepriesene System bei der Überprüfung ist, war das Ergebnis jedoch nicht besonders beruhigend.

Pommer meldete sich am Dienstag unter seinem richtigen Namen bei Alles Gurgelt an, filmte aber statt sich beim Gurgeln zu filmen, ein Bild von Papa Schlumpf und füllte die Probeflasche mit Leitungswasser. Offenbar hat niemand das Video gesehen, denn Pommer erhielt erfolgreich ein Zertifikat, berichtete die Kronen Zeitung am Sonntag und wies auf die „offensichtlichen Sicherheitslücken“ des Systems hin, das Wiens Gesundheitsminister Peter Hacker als „einzigartig in der Welt“ bezeichnete. „Er lobte sie als „zentrale Komponente im Kampf Wiens gegen die Pandemie“.

Der Minister warnte, dass jeder, der versucht, die Bescheinigung, die den Zutritt zu Einrichtungen wie Restaurants, Clubs und Friseursalons ermöglicht, durch Betrug zu erlangen, wegen Gefährdung der Öffentlichkeit durch übertragbare Krankheiten angeklagt werden könnte, was bei Vorsatz bis zu drei Jahren und bei Fahrlässigkeit bis zu einem Jahr hinter Gittern bedeuten kann. Außerdem kann eine Geldstrafe von bis zu 1.450 € (1.660 $) verhängt werden.

Nach Angaben der Kronen Zeitung werden im Rahmen des Programms täglich zwischen 100.000 und 200.000 Proben analysiert. Die Überprüfungsdaten werden von einem speziellen Team durch Stichproben ausgewertet. Jede Woche werden zwischen 7.000 und 10.000 tatsächliche Kontrollen durchgeführt, was nur einen kleinen Teil der Prüfungen ausmacht.

Es sei daran erinnert, dass Österreich das erste Land ist, das seit Montag eine landesweite Blockade für Ungeimpfte eingeführt hat.