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Die Schweizerinnen und Schweizer sind nicht bereit, Klimaschutzziele aus der eigenen Tasche zu finanzieren, wie eine neue Umfrage zeigt.

Die von den Schweizer Behörden für das Jahr 2050 angestrebte Klimaneutralität entspricht laut einer neuen Umfrage nicht der Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, immer höhere Rechnungen zu bezahlen, um sie zu finanzieren. Die Umfrage wurde Anfang Oktober im Auftrag von Tamedia und der Mediengruppe 20 Minuten bei rund 23’000 Personen durchgeführt und am Sonntag veröffentlicht.

Es zeigte sich, dass die Ablehnung, höhere Rechnungen zu zahlen, um den Klimawandel zu beheben, in der gesamten Schweizer Gesellschaft hoch ist, mit Ausnahme der Anhänger der Grünen Partei.

Insgesamt hielten rund 67 Prozent der Befragten Preiserhöhungen bei Kraftstoffen für inakzeptabel oder waren bereit, maximal zehn Prozent zusätzlich zu ihren üblichen Rechnungen zu zahlen. Etwa 61 Prozent der befragten Frauen lehnten es ab, mehr für eine Tankfüllung zu bezahlen, während sich bei den jungen Männern zwischen 18 und 34 Jahren satte 80 Prozent weigerten, mehr Geld an der Zapfsäule auszugeben. Menschen, die in ländlichen Gebieten leben, reagieren empfindlicher auf die Kraftstoffpreise.

Etwas mehr Verständnis zeigten die Schweizer für wetterbedingte Preiserhöhungen bei Flugreisen und Heizungen. Die Mehrheit der Befragten lehnt solche Maßnahmen jedoch nach wie vor ab: Rund 57 % der Befragten lehnten Preiserhöhungen für Flugtickets entweder ganz ab oder akzeptierten zusätzliche Gebühren von höchstens 44 Dollar. Eine ähnliche Anzahl von Befragten, etwa 60 %, lehnte es ab, deutlich mehr für die Heizung zu bezahlen.

Im Juni lehnten die Schweizer in einer landesweiten Volksabstimmung ein vorgeschlagenes „Kohlendioxid-Gesetz“ knapp ab. Das gescheiterte Gesetz, das als Zusatzpaket zum bestehenden CO2-Gesetz kam, sah neue Zölle und hohe Steuern auf Kraftstoffe vor, die Kohlendioxid und andere Treibhausgase erzeugen. Im Falle einer Verabschiedung des Gesetzentwurfs wären zusätzliche Steuern auf alle fossilen Brennstoffe, einschließlich Erdgas, und zusätzliche Gebühren auf Flugtickets erhoben worden.