Von Jörg Schneidereit
Es hat allerorten begonnen. Einige von uns merken es, die meisten haben jedoch noch keinen Schimmer oder es ist ihnen egal. Heute etwas aus meiner Heimatstadt – hautnah und brennend real sozusagen.
Noch kein Jahr ist es her, als nach dem gewaltsamen Tod eines schwarzen Schwerverbrechers während dessen Verhaftung, ein tobender, entfesselter Mob brandschatzend und zerstörend über die westliche Hemisphäre unseres Globus zog. Medial angeheizt raffte sich jener ideologisierte Pöbel in sektiererisch-übersteigerter Wut auf, um Denkmäler und Bilder unserer geehrten, geistigen Größen zu zerschmettern, die uns durch ihr Wissen und ihre Intelligenz das Licht der Zivilisation und Aufklärung in die Hände legten und die wir daher einst zu Recht in Stein, Bronze sowie ehrfürchtigem Gedenken auf den gesamtgesellschaftlichen Olymp erhoben.

Die Statuen fielen, Bilder wurden verhängt, Namen geschmäht – während Bußprediger und Flagellanten allenthalben die Flamme des reinigenden Feuers forderten und einander in ihren Wahn-Dekreten täglich übertrafen. Inzwischen brennt sich das Fegefeuer der Zensur und der Geschichtsklitterung von Monat zu Monat tiefer und blutiger in Körper und Seele unserer schon längst fatalisierten Historie und unaufhaltsam deszendierenden, einst zu hehren Blüten erwachsenen, westlichen Kultur. Längst schon hat die fieberhafte Durchforstung der Namenslisten begonnen und wir sind nun endlich bei den Straßenschildern angekommen – jener oftmals einzigen Etikettierung relevanter Persönlichkeiten, die dem bildungsresistenten, linksgrün saturierten Hirn-Relikt, jenseits seines ohnehin begrenzten Horizontes, überhaupt noch zur Verfügung steht.

Dieses mentale Rudiment in Gestalt der “Grünen Jugend”, zündete hier in Jena nun einen seiner neuesten und schrillsten Böller. Gestern titelten die “Jenaer Nachrichten” in der Rubrik Stadtleben: “GRÜNE Jugend Jena fordert Umbenennung – Ernst Haeckel war ein Rassist!”
Weiter heißt es dort: “Im Rahmen des internationalen Tages gegen Rassismus, dem 21. März, hat die GRÜNE Jugend Jena Ergänzungsschilder an Erinnerungsstätten Ernst Haeckels angebracht und fordert die Umbenennung jeglicher Objekte, die nach ihm benannt wurden.”

Jawohl. Jetzt hat man es bei den internationalsozialistischen Grünsprossen also auf einen unserer Größten und besten abgesehen. Hier in Jena. In der “Lichtstadt”, wie man sie seit Jahren überregional auf ihrer Haupt-Homepage rühmt. In der Stadt der Dichter, Philosophen, Wissenschaftler und Denker. Heim- und Wirkstadt von Luther, Schlegel, Wiedeburg, Fichte, Feuerbach, Hegel, Humboldt, Knebel, Zeiss, Abbe, Schott, Goethe, Schiller, Novalis – um nur einen Bruchteil der erlauchten Namen zu nennen, die meine Heimatstadt an den Ufern der malerischen Saale über Jahrhunderte in einen lorbeerumrankten Adelsstand erhoben.

Nun ist also der große Ernst Haeckel dran, dieses böse, alte, weiße Rassistenschwein. Was hat dieser bärtige, deutsche, akademische Sack nicht alles verbrochen:
Ernst Haeckel (1834-1919) wurde 1862 zum außerordentlichen Professor an der Medizinischen Fakultät für vergleichende Anatomie in Jena berufen um danach zeitlebens in unserer Stadt zu bleiben. Seine Systematikarbeiten mit der Beschreibung von 4.000 neuen Arten der niederen Seetiere bilden die wichtige Grundlage für die weitere Erforschung dieser Tiergruppe.

Im Jahre 1866 trifft Ernst Haeckel Charles Darwin in England, von dessen Evolutionstheorie er selbst stark beeinflußt ist und zu deren vehementem Verfechter er wird. Er bemüht sich immens um den Ausbau von Darwins Lehre. In Verbindung mit der Evolutionstheorie vertritt Haeckel die Vorstellung des Kosmos als „allumfassendes Naturganzes“, das durch ein allgemeingültiges Kausalgesetz beherrscht wird. Demnach sei Gott die Summe aller Kräfte und Materie und deren Verbindung durch das Kausalitätsprinzip. In den folgenden Jahren formuliert er seinen Monismus als untrennbare Einheit von Kraft und Materie. Mit dieser, dem Pantheismus sehr nahen Position, wendet er sich gegen die allgemeine theologische Lehrmeinung, was zu scharfen Auseinandersetzungen mit der Kirche und anderen Fachwissenschaftlern führt.

Mit seinem Buch „Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen“ bezieht er den Menschen in den evolutionären Entwicklungsgedanken mit ein und formuliert dessen Abstammung von affenähnlichen Primaten. 1899 veröffentlicht Haeckel die “Welträtsel”, sein populärstes Buch, das in 25 Sprachen übersetzt wird.
Im Jahre 1908 eröffnet schließlich auf Haeckels Wirken hin das legendäre Museums für Abstammungslehre, das Phyletische Museum in Jena (welches ich übrigens jedem Jena-Besucher eindringlich ans Herz lege, zu besuchen). Zu diesem Zeitpunkt war die Jenaer Universität längst ein Mekka für Zoologen.

Ernst Haeckel war ein begnadeter deutscher Mediziner, Zoologe, Philosoph, Zeichner und Freidenker, der ab den 1860er Jahren die Ideen von Charles Darwin zu einer speziellen Abstammungslehre ausbaute. Er trug durch seine populären Schriften und Vorträge immens zur Verbreitung des Darwinismus in Deutschland bei, den er im Schulunterricht eingegliedert sehen wollte. Darüber hinaus erarbeitete er eine ausführliche embryologische Argumentation für die Evolutionstheorie und formulierte in diesem Zusammenhang das Biogenetische Grundgesetz.

Kurz: Haeckel war ein Genie – und wäre, nicht nur in meinen Augen, des Nobelpreises mehr als würdig gewesen.
Einzig weil Haeckels Anthropologie von den Nationalsozialisten während etwas mehr als nur eines Jahrzehnts ihrer Gewaltherrschaft ideologisch umgedeutet, ausgenutzt und zu Rassenhygiene, Eugenik und Rassenkunde mißbraucht wurde, müssen nun, laut limitiertem Intellekt der “Grünen Jugend Jena”, die Ernst-Haeckel-Straße sowie der Ernst Haeckel Gedenkstein dran glauben. Ich bin gespannt, ob jetzt auch der Abriß des ehrwürdigen Phyletischen Museums in Betracht gezogen wird. Den ideologisierten Entscheidungsträgern in unserem linksgrünen Jena traue ich dies ohne leiseste Bedenken zu.

Ich sagte es oft – und wiederhole es hier nochmals: Menschen, die derlei fordern, tragen, weit mehr als sie ahnen, faschistoides Gedankengut in sich, nichts anderes. Es sind ideologisierte, pseudoreligiöse, brandgefährliche Fanatiker – und sie merken es nicht einmal. Sie stehen in direkter Nachfolge der HJ, der Savonarola-Jünger und der fanatisierten Kindersoldaten des peregrinatio puerorum, jenes verabscheuungswürdigen Kinderkreuzzuges von 1212.

Diese Kinder werden wachsen – einfach weil man sie gewähren und plappern läßt, in Presse, Fernsehen, auf den Straßen unserer Städte, in den Klassenzimmern unserer Schulen, zu Hause, bei ihren dumpfen, wohlstandsverblödeten, politisch korrekten Öko-Mamis und Umwelt-Papis. Sie werden wachsen – und uns bald allen das Leben zur Hölle machen. Weit schlimmer noch, als es die Achtundsechziger je vermochten.

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