Gottfried Curio (AfD, l.) und Anton Hofreiter (Grüne)

Die von der AfD initiierte Bundestagsdebatte über die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft artete aus.

So ist es am Freitag im Bundestag zu einer heftigen Debatte über die doppelte Staatsbürgerschaft gekommen. Der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio sagte: „Ein zur Regel entarteter Doppelpass untergräbt Staat und Demokratie.“ Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), nannte er ein „Musterbeispiel misslungener Integration“.

In seiner Rede warnte Curio auch vor einem „Klein-Anatolien in Deutschland“. Mit der doppelten Staatsbürgerschaft habe man „den Bock zum Gärtner gemacht“, wenn es um die Integration ginge. Besonders dem Grünen-Politiker Anton Hofreiter platzt bei dieser Wortwahl der Kragen. Mit hochrotem Kopf schreit er während Curios Rede immer wieder dazwischen. Schämen Sie sich! und „Haben Sie denn überhaupt keinen Anstand!“ brüllt Hofreiter.

Die Äußerungen des Abgeordneten Curio im Bundestag sorgten bei anderen Fraktionen für Empörung und Protest. Der Antrag der AfD zu einer Rückkehr zur sogenannten Optionspflicht sei „zutiefst fremdenfeindlich“, sagte der FDP-Abgeordnete Jürgen Martens. Er warf Curio „diffamierendes Gerede“ und „völkische Floskeln“ vor.

Der Linke-Abgeordnete Niema Movassat sagte, der Antrag sei „schwer erträglich“ und ein Sammelsurium „völkischer Begriffe“. Die Grünen-Politikerin Filiz Polat sagte, sie sei „zutiefst schockiert“.

gegen die Politik zu sein soll zutiefst fremdenfeindlich, schwer erträglich und völkisch sein?