Derzeit sind in der Schweiz Kaffeerähmli im Umlauf, die auf den Deckeli Porträts von Adolf Hitler und Benito Mussolini abgebildet haben.

Die Migros hat reagiert.

Wie so oft genehmigte sich Leser-Reporter David bei seinem Abendspaziergang einen Kaffee beim Snack Stop by Moser’s im Bahnhof Baden. Als er sich bei den Kaffeerähmchen am Take-away-Stand bedienen wollte, hielt er überrascht inne. «Plötzlich sah ich das Gesicht Adolf Hitlers vor mir», sagt er. «Ich finde das geschmacklos. So etwas gehört nicht auf einen Kaffeerahm.»

Für Guido Moser, Geschäftsführer von Moser’s Backparadies, zu dem der Take-away-Stand gehört, ist ein solches Bild ebenfalls «ein absolutes No-Go». Moser wies umgehend all seine Geschäfte an, das Sortiment nach Hitler-Kaffeerahmdeckeli zu untersuchen. Dabei fand das Personal das Bild eines weiteren Diktators. «Auf einem Rähmli war Benito Mussolini abgebildet», sagt Moser.

Moser’s Backparadies habe keinen Einfluss auf die Auswahl der Motive. «Wir verlassen uns darauf, dass unser Lieferant grundlegende, ethische Grundsätze berücksichtigt und dabei das nötige Fingerspitzengefühl beweist», so der Geschäftsführer. Das Backwarenunternehmen hat nach eigenen Angaben einen Karton à 200 Stück bestellt. Darin seien jeweils ein Hitler- und ein Mussolini-Rähmli enthalten gewesen. «Wir distanzieren uns klar und deutlich von den Bildern, die Hitler, Mussolini etc. zeigen», sagt Moser.

Die Rähmli vertrieben hat Migros Tochter-Firma Elsa Mifroma. Migros bestätigt auf Anfrage, «dass nicht nur Deckeli mit Hitler, sondern auch mit Mussolini» ausgeliefert worden sind. «Wir entschuldigen uns in aller Form für diese unverzeihliche Fehlleistung», so Migros-Sprecher Luzi Weber. Ausgeliefert wurden insgesamt 300 Schachteln. In jeder Packung sollen nach Angaben der Migros je vier Portraits der beiden Diktatoren enthalten sein. Das bedeutet, dass 1200 Hitler- sowie 1200 Mussolini-Rähmli in den Verkauf gelangt sind.

Die Motive wurde von der Firma Karo Versand GmbH erstellt und ohne nähere Begutachtung übernommen. «In diesem Fall haben die internen Kontrollen versagt. In Zukunft werden wir unsere Kontrollen für diese Produkte drastisch verschärfen, um ausschliessen zu können, dass sich eine solche Fehlleistung wiederholt», sagt Weber weiter und betont, dass die Kaffeerähmli nie in Migros-Filialen zu kaufen waren, sondern nur an Gastronomie-Betriebe versandt wurden.