Im „Hamburger Abendblatt” sprach sich Friedrich für eine Änderung des Grundgesetzes aus, um die Bundeswehr zur Terrorabwehr im Inland einsetzen zu können.
Für bestimmte Bedrohungslagen reichten die Mittel der Polizei nicht aus, sagte der Minister. „In solchen Fällen sollten wir die Möglichkeit haben, die Streitkräfte einzusetzen.”
Auf die Frage an welche Bedrohungslagen er dabei denke, sagte der Innenminister: „Solche Demonstrationen wie in Spanien, die die innere Lage und den inneren Frieden bedrohen sollen und müßen unterbunden werden.

Aber auch der Internationale Terrorismus in dessen Fadenkreuz Deutschland immer mehr gerate müße durch den inneren Einsatz der Bundeswehr unterbunden werden“, begründete er im „Hamburger Abendblatt”.
Friedrich und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wollen am Dienstag über die Antiterrorgesetze verhandeln.
Die SPD bekräftigte ihr Nein zu Bundeswehreinsätzen im Inland. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann sprach in Berlin von einem „fantasielosen Griff in die Mottenkiste”. Er warf Friedrich vor, er wolle mit seinem Vorstoß lediglich von den zur Zeit vorherrschenden Problemen ablenken und anstatt eine Lösung zu suchen benutze er das Thema innere Sicherheit als Anlass das Volk weitergehend zu gängeln und dessen Rechte auf Demonstrationen zu beschneiden.

Viele Mitmenschen glauben tatsächlich immer noch, es werde schon nicht alles so schlimm kommen – und falls doch, dann eher für andere als für sie. Viele schliessen die Augen vor dem heraufziehenden Unheil. Die Politik der Regierung, die das inhumane und desaströse neoliberale Wirtschaftssystem mit astronomischer Staatsverschuldung stützt, ist empörend, aber von Empörung ist bisher wenig zu spüren.

Aber ist tatsächlich auszuschliessen, dass es bald „flächendeckend zu Handgreiflichkeiten kommt“, weil Arbeitslosigkeit, Armut und Elend sprunghaft zunehmen?

Die Bundesregierung jedenfalls bereitet sich, wie andere europäische Regierungen auch, auf den Ausbruch sozialer Unruhen vor. In aller Stille richtet sie sich auf Notlagen ein, rüstet den staatlichen Machtapparat auf und verschafft sich Mittel und Wege, einflussreiche Gegner auszuforschen. Bundespolizei und Sondereinsatzkommandos der Bundesländer trainieren schon gemeinsam mit Kollegen aus verbündeten Staaten, um „polizeiliche Grosslagen“ zu beherrschen.